Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm


Haina 15.2.1751 - 26.6.1829 Eutin

Name: Tischbein, Johann Heinrich Wilhelm
Namensansetzungen: Tischbein, Wilhelm (AKL-Name)
»Neapolitaner Tischbein« (Benennung)
»Goethe-Tischbein« (Benennung)
Nationalität: D
Lebensdaten: 15.2.1751 - 26.6.1829
Geburtsort: Haina, Deutschland
Todesort: Eutin, Deutschland
Beruf: Maler, Radierer, Zeichner


Johann Heinrich Wilhelm, der »Goethe-Tischbein«, zählt zu den bekanntesten Mitgliedern der Malerfamilie Tischbein. Dies ist vor allem auf seine Freundschaft mit Johann Wolfgang von Goethe zurückzuführen. Sein Werk umfasst nicht nur Gemälde und Zeichnungen, sondern auch Illustrationen und literarische Arbeiten. Er begann seine künstlerische Ausbildung 1765 bei seinem Onkel Johann Heinrich Tischbein d. Ä. in Kassel, wechselte aber schon bald in das Atelier von dessen Bruder Johann Jakob Tischbein (1725-1791) nach Hamburg. Um 1771 war er in Bremen, 1772/73 in Holland und in den Jahren zwischen 1777 und 1779 in Berlin tätig. Von Oktober 1779 bis zum Frühjahr 1781 war er als Stipendiat der Kasseler Akademie in Rom, wo er die Privatakademie des Schweizer Bildhauers Alexander Trippel besuchte, dessen klassizistischer Stil ihn nachhaltig beeinflussen sollte. In den Jahren 1781/82 hielt er sich in Zürich auf und hatte Kontakt zu Johann Caspar Lavater. Nach einem zweiten Italienaufenhalt im Jahr 1783 begleitete er in den Jahren 1786/87 Johann Wolfgang von Goethe auf dessen Italienreise nach Rom und Neapel. Das ganzfigurige Porträt »Goethe in der Campagna« im Frankfurter Städel ist das berühmteste Zeugnis dieser Reise. Noch im Juli 1787 siedelte Tischbein nach Neapel über, wo er zwei Jahre später zum Direktor der dortigen Kunstakademie ernannt wurde. In den 1790er Jahren entstanden neben zahlreichen Tierdarstellungen die bekannten Kupferstiche nach griechischen Vasen aus dem Besitz des britischen Gesandten und Altertumsforschers Sir William Hamilton sowie die Arbeiten zu »Homer, nach Antiken gezeichnet«. Das Antikenverständnis von Goethe und Hamilton prägte maßgeblich Tischbeins klassizistischen Malstil und seine Kunstauffassung. Er legte sich ein umfangreiches Kompendium an Zeichnungen und Kupferstichen nach antiken Vorlagen an, aus dem er in seinen Historienbildern schöpfte. Mit dem Einfall französischer Truppen in Neapel verließ der Maler 1799 die Stadt und kehrte nach Deutschland zurück. Nach Aufenthalten in Kassel, Hannover, Göttingen und Osnabrück war er von 1800 bis 1808 in Hamburg tätig. 1808 zog er schließlich nach Eutin, wo ihn Peter Herzog von Oldenburg zu seinem Hofmaler und Galerieinspektor ernannte. In den Jahren 1819/20 entstand der berühmte Idyllen-Zyklus für das Schloss in Oldenburg.

Meusel 1, Bd. 2, 1789, S. 237f.; Strieder, Bd. 16, 1812, S. 219-221; J. H.W. Tischbein 1861; [J. H.W.] Tischbein 1872; Landsberger 1908; Sörrensen 1910; AK Oldenburg 1987; Friedrich/Heinrich/Holm 2001.


Letzte Aktualisierung: 22.03.2017


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