Nahl, Johann August d. J.


Ostermanigen/Bern 7.1.1752 - 31.1.1825 Kassel

Name: Nahl, Johann August d. J.
Namensansetzungen: Nahl Johann August d. J.
Lebensdaten: 7.1.1752 - 31.1.1825
Geburtsort: Ostermanigen/Bern, Schweiz
Todesort: Kassel, Deutschland
Beruf: Maler und Bildhauer


Der Historien- und Landschaftsmaler Johann August Nahl d. J., Sohn des Kasseler Hofbildhauers Johann August Nahl d. Ä. (1710-1781), wurde zunächst in Kassel, wo die Familie seit 1755 ansässig war, von seinem Vater in der Bildhauerei unterwiesen. 1763 begann er eine Malerlehre im Atelier des Hofmalers und Akademiedirektors Johann Heinrich Tischbein d. Ä. Ab 1765 setzte er seine Ausbildung in Straßburg fort, erst bei dem Maler Tanesch, dann bei dem Landschaftsmaler Christoph von Bemmel (geb. 1707). Von 1767 bis 1769/70 arbeitete er bei dem Berner Porträtmaler Emanuel Handmann. Nach einem längeren Aufenthalt in Kassel ging er Anfang des Jahres 1773 nach Paris und besuchte das Atelier von Nicolas Bernard Lepicié (1735-1784). Ab Sommer 1774 hielt sich Nahl in Rom auf. 1781 kehrte er gemeinsam mit Böttner nach Kassel zurück. Ein Jahr später brach er nach London auf und reiste 1783 erneut nach Rom, wo er, unterbrochen von Reisen nach Neapel, London, Kassel und in die Schweiz, bis 1791 blieb. Nach einem einjährigen Aufenthalt in Basel kam er 1793 endgültig in die Residenzstadt Kassel zurück und erhielt eine Professur für Malerei an der Kunstakademie.
Zwischen 1800 und 1805 nahm er mehrfach an den von Johann Wolfgang von Goethe und Heinrich Meyer initiierten, alljährlich stattfindenden Weimarer Preisaufgaben teil und erhielt 1801 den ersten Preis (vgl. LM 1940/494). Daraufhin erhielt er auch Aufträge des Weimarer Hofes. Im Jahr 1815 wurde Nahl zum Direktor an der Kasseler Akademie ernannt und außerdem Mitglied der Hanauer Zeichenakademie. In den letzten Jahren vor seinem Tod, von 1822 bis 1825, schuf er hauptsächlich Feder- und Graphitzeichnungen mythologischen Inhalts.
Der von Goethe geschätzte Nahl vertritt in Kassel die Malerei des Klassizismus. Im Unterschied zum Hofmaler Böttner hat er nur wenige Bildnisse, statt dessen eine Vielzahl an Historiengemälden und Landschaften geschaffen, wobei er nur einige in Öl, den größten Teil hingegen auf Papier ausführte. Kennzeichnend für seinen Zeichen- und Malstil sind die Betonung des Konturs, eine Genauigkeit im Detail, die Konzentration auf die Figur vor einer bildparallel angelegten Landschafts- oder Architekturkulisse und ein klarer räumlicher Bildaufbau. Stilistisch mit ihm vergleichbar sind die in Württemberg tätigen Maler Friedrich Hetsch (1758-1838), Eberhard Wächter (1762-1852) und Johann Baptist Seele (1774-1814).

Justi 1796, S. 299-305; Meusel 2, Bd. 2, 1809, S. 81-83; Nahl d. J. nach 1815, S. 1-16; Justi 1831, S. 466-472; Nagler, Bd. 10, 1841, S. 105f.; Nahl 1849, S. 1f.; Hoffmeister/Prior 1885, S. 82f.; DBA, Tf. 883; Bleibaum 1933, S. 31-34; Becker 1971, S. 45f. u. 344; AK Kassel 1994b, S. 8 u. 23-35.


Letzte Aktualisierung: 08.02.2017


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