Therbusch, Anna Dorothea


Berlin 23.7.1721 - 9.11.1782 Berlin

Name: Therbusch, Anna Dorothea
Namensansetzungen: Therbusch Anna Dorothea
Nationalität: D
Lebensdaten: 23.7.1721 - 9.11.1782
Geburtsort: Berlin, Deutschland
Todesort: Berlin, Deutschland
Beruf:


Die neben Angelika Kauffmann bedeutendste deutsche Künstlerin des 18. Jahrhunderts stammt aus der polnischen Malerfamilie Lisiewski, die in Berlin ansässig war. Dorotheas ältere Schwester war die Malerin Anna Rosina de Gasc und ihr Vater der Porträtmaler Georg Lisiewski (1674-1751), der seiner Tochter erste Unterweisungen im Zeichnen und Kopieren nach Werken von Antoine Pesne und Antoine Watteau gab. Durch die Heirat mit dem Gastwirt Ernst Friedrich Therbusch im Jahr 1742 und die Geburt mehrerer Kinder war sie zunächst gezwungen, ihre künstlerische Tätigkeit einzuschränken. Erst in den 1750er Jahren nahm sie das Malen wieder auf. 1761 ging sie nach Stuttgart und bekam Aufträge vom Stuttgarter Herzog Karl Eugen, für den sie neben zahlreichen Bildnissen auch eine Serie von Supraporten schuf. 1762 wurde sie zum Ehrenmitglied der Stuttgarter Akademie ernannt, ein Jahr später berief sie der pfälzische Kurfürst Karl Theodor als Hofmalerin nach Mannheim. Im Jahr 1765 reiste sie über Stuttgart und Berlin nach Paris, wo sie Kontakt zu Antoine Pesne und Denis Diderot hatte und sich an den Ausstellungen der Salons beteiligte. 1767 wurde sie mit dem Nachtstück »Der Trinker« in die »Académie Royale« aufgenommen und ein Jahr später mit einem Porträt des Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert in die Wiener Kunstakademie. 1769 verließ sie hoch verschuldet Paris, da sich nicht genug Interessenten für ihre Werke fanden. Sie kehrte über Brüssel und die Niederlande 1770 nach Berlin zurück, wo sie Bildnisaufträge von Mitgliedern des preußischen Hofes, des Adels und der Bürgerschaft bekam. 1773 erhielt sie einen umfangreichen Auftrag des russischen Hofes aus St. Petersburg. Bis zu ihrem Tod war sie als gefragte Porträtmalerin viel beschäftigt.

Meusel, Miscellaneen, Bd. 3, 1783, H. 17, S. 266-275; Füssli, Künstlerlexikon, Teil 2, Abschn. 4, 1806, S. 712f.; Reidemeister 1924, S. 4-40; AK Potsdam 1971, S. 6-14; Berckenhagen 1987, S. 118-129; AK Gotha 1999, S. 310 (mit ausführlicher Lit.); AK Ludwigsburg 2002; Dissertationen in Vorbereitung von Katharina Küster (Heidelberg) und Tanja Wöhle (Kassel).


Letzte Aktualisierung: 08.02.2017


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