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General von Schlieffen



General von Schlieffen


Inventar Nr.: L 896
Bezeichnung: General von Schlieffen
Künstler: Johann Heinrich d. Ä. Tischbein (1722 - 1789)
Datierung: 1775
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Öl
Maße: 93,4 x 73,5 cm (Bildmaß)
Beschriftungen: Signatur: Tischbein pinx.1775


Katalogtext:
General von Schlieffen ist in Halbfigur vor einer Landschaft abgebildet und richtet den Blick nach links in die Ferne. Er ist im weißen Uniformrock mit roten Ärmelaufschlägen und Kragen abgebildet, die ebenso wie der Rock mit silbernen Litzen abgesetzt sind. Er trägt das Band des Hessischen Hausordens vom Goldenen Löwen, dessen Bruststern auf der linken Seite aufgenäht ist, am Halsband hängt der hessische Militärverdienstorden "Pour la vertu militaire". Mit dem rechten Arm stützt er sich auf einen abgeschnittenen Baumstamm dessen Hand den Kommandostab hält, die linke behandschuhte Hand stützt er in die Seite. Um die Taille ist die Offiziersschärpe neben dem Degen zu erkennen.
Martin Ernst von Schlieffen (1732-1825) stand zunächst in preußischen Diensten, aus denen er wegen Krankheit ausschied. 1757 wechselte er in den Dienst des hessischen Landgrafen, nahm am siebenjährigen Krieg teil und war zuletzt Generaladjutant des Landgrafen Friedrich II. 1772 wechselte er in den politischen Dienst und wurde Hessischer Staatsminister. Als Gesandter begleitete er die hessischen Soldaten nach London und schloss den Subsidienvertrag ab, mit dem diese an den englischen König vermietet und nach Amerika geschickt wurden. Unter dem Landgrafen Wilhelm IX., der sein Gehalt kürzte, verließ er Kassel, um wieder nach Preußen zurückzukehren und dort in diplomatischen, dann in militärischen Diensten zu arbeiten. Kurz vor seinem 60. Geburtstag nahm er seinem Abschied und zog sich auf sein Gut in Windhausen zurück.Dennoch riet er dem preußischen König vom Krieg gegen das napoleonische Frankreich ab. Es hieß, er habe von den Franzosen den Marschallstab angeboten bekommen, den er aber ablehnte. Während des Königreichs Westphalen wurde er Mitglied der Reichsstände. Nach der Wiederherstellung des Kurfüstentums Hessen fiel er beim Kurfürsten in Ungnade, weil er Jérôme angeblich gegen die Kosaken unterstützt hatte. 92-jährig starb er schließlich nach einem bewegten Leben in Windhausen.


Literatur:
  • Flohr, Anna-Charlotte: Johann Heinrich Tischbein d.Ä. (1722-1789) als Porträtmaler mit einem kritischen Werkverzeichnis. München 1997, Kat.Nr. G 111, S. 216-217.


Letzte Aktualisierung: 07.12.2017


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