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Marie Friederike Fürstin von Anhalt-Bernburg



Marie Friederike Fürstin von Anhalt-Bernburg


Inventar Nr.: AZ 195
Bezeichnung: Marie Friederike Fürstin von Anhalt-Bernburg
Künstler: Wilhelm Böttner (1752 - 1805)
Datierung: um 1798
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 67,4 x 55,5 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1883 aus dem Nachlass der Gräfin Bose, Kassel

1887 Bose-Museum

Beschriftungen: Beschriftung: auf dem Keilrahmen Klebezettel des Bose-Museums, Inv. Nr. 87: Unbekannt, Marie Friederike von Anhalt-Bernburg


Katalogtext:
Auch wenn das Porträt, das unsigniert ist, in den Katalogen des Kasseler Bose-Museums von 1896 und 1899 ohne Künstlerangabe auftaucht, kann man davon ausgehen, dass es von Böttner stammt. Bei der Dargestellten handelt es sich um die älteste Tochter Landgraf Wilhelms IX., Marie Friederike (1768-1839), die seit 1794 mit Alexius von Anhalt-Bernburg verheiratet war. Ihr weißes hochtailliertes Kleid mit dem Bruststreifen aus weißer Spitze, über dem ein grau-violettes Schultertuch liegt, weist in die Zeit um 1800. Auch die Frisur, die hochgesteckten Haare mit den in die Stirn gedrehten Locken, die von einer Perlenkette durchzogen werden, entsprechen dem Modestil dieser Jahre. Der nach rechts gedrehte Oberkörper lässt vermuten, dass es zu dem Porträt ein Pendantbildnis gab. Gegenstück dürfte das Porträt von Marie Friederikes jüngerer Schwester Caroline Amalie (1771-1848) gewesen sein, die 1802 Emil Leopold August Herzog von Sachsen-Gotha heiraten sollte. Laut Biermanns Publikation von 1914 ist dieses Porträt auf der Rückseite mit »1798 Böttner pinx.« bezeichnet. Caroline Amalie trägt das gleiche Kleid wie ihre ältere Schwester, mit tiefem v-förmigem Ausschnitt und hohem Taillengürtel. Auch ihr Haar ist hochgesteckt und wird von einer mehrreihigen Perlenkette geschmückt. Lediglich um den Hals liegt keine Perlenkette wie bei ihrer Schwester, sondern ein breites, eng anliegendes weißes Tuch. Im Unterschied zu Marie Friederike ist Caroline Amalie frontal dargestellt, nur ihr Kopf ist zur Seite, nach links gewandt.
In Bildausschnitt und Format, Körperhaltung und weißen Chemisenkleidern vor dunkelbraunem Grund weisen die Porträts der beiden Schwestern offensichtliche Parallelen zu den Brustbildern der preußischen Königin Luise und der Prinzessin Friederike von Mecklenburg-Strelitz auf (MHK, Weißensteinflügel, Inv. Nr. SM 1.1.846 u. 1.1.845), die der Galerieinspektor Ernst Friedrich Robert in dem 1816 begonnenen Porträt-Inventar Wilhelm Böttner zuweist (Nr. 283 u. 398). In dieses Umfeld gehört auch das Porträt der Luise Königin von Preußen in Schloss Fasanerie, das ebenfalls Böttner zugeschrieben und in das Jahr 1799 datiert wird (Eichenzell, Hessische Hausstiftung, Museum Schloss Fasanerie, Inv. Nr. FAS B 15).
Böttner hatte die beiden Töchter des Landgrafen, Marie Friederike und Caroline Amalie, bereits einige Jahre zuvor – 1793 – in Pendantbildnissen als Halbfiguren porträtiert. Dort sind die Schwestern ebenfalls in ovalem Spiegel und im selben Format wie in den späteren Bildnissen dargestellt. Dem Modestil der frühen 1790er Jahre entsprechend tragen sie weiße hochtaillierte Kleider und ihre gelockten Haare fallen offen über die Schultern (Eichenzell, Hessische Hausstiftung, Museum Schloss Fasanerie, Inv. Nr. FAS B 25 u. B 21).


Literatur:
  • Strieder, Friedrich Wilhelm: Grundlagen zu einer Hessischen Gelehrten und Schriftsteller Geschichte seit der Reformation bis auf gegenwärtige Zeit., Kat.Nr. 27, S. 61.
  • Ackermann: Führer durch die Gemälde- etc. Sammlung des Städtischen Bose-Museums zu Kassel. 1. Aufl. Kassel 1896, Kat.Nr. 33, S. 9.
  • Ackermann: Führer durch die Gemälde- etc. Sammlung des Städtischen Bose-Museums zu Kassel. 2. Aufl. Kassel 1899, Kat.Nr. 33, S. 11.
  • Biermann, Georg: Deutsches Barock und Rokoko. Leipzig 1914, S. 467.
  • Knetsch, Carl: Das Haus Brabant.Genealogie der Herzöge von Brabant und der Landgrafen von Hessen. Darmstadt 1928, S. 150.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 19, S. 35-36.
  • Eckhart G. Franz: Haus Hessen - Biografisches Lexikon. 2012, S. 146 f.


Letzte Aktualisierung: 15.11.2017


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