Caroline Juliane Albertina von Schlotheim, spätere Gräfin von Hessenstein



Caroline Juliane Albertina von Schlotheim, spätere Gräfin von Hessenstein


Inventar Nr.: 1875/1287
Bezeichnung: Caroline Juliane Albertina von Schlotheim, spätere Gräfin von Hessenstein
Künstler: Wilhelm Böttner (1752 - 1805)
Datierung: um 1802/1805
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: Umzug NG: 102,0 x 84,3 x 6,5 cm (Objektmaß)
88 x 70 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1932 vom Kunsthändler W. A. Luz, Berlin


Katalogtext:
Kleidungsstil und Frisur der Caroline von Schlotheim (1766-1847), der langjährigen Mätresse Wilhelms IX. (1743-1821), deuten darauf hin, dass das Kniestück zwischen 1800 und 1805 entstanden ist. Dem klassizistischen Modegeschmack dieser Jahre entsprechend, trägt sie nach dem Vorbild der griechischen Antike in die Stirn gedrehte braune Locken und ein goldenes Diadem mit drei violetten Amethyststeinen im ungepuderten Haar. Dieses als typisch klassisch geltende Schmuckstück weist sie als Mitglied der gehobenen Gesellschaft aus. Auch ihr hochtailliertes weißes Chemisenkleid mit dem tiefen Dekolleté, dem Bruststreifen aus weißer Spitze und den kurzen Ärmeln, über denen ein hellgrauer Schal mit Fransen liegt, folgt der Antikenmode. Weiß galt als die Farbe der Antike.
Ähnlich wie im Bildnis von 1793 (1875/1625), sitzt Caroline von Schlotheim auch hier nach links gewandt vor einer neutralen dunkelbraunen Wand an einem Tisch mit einem Buch in der linken Hand, wenngleich der Bildausschnitt etwas enger gefasst ist. Im Gegensatz zu Bildnissen von Herrscherinnen gab es für Mätressen keinen eigenständigen Porträttypus und keine Bildtradition, auf die Böttner hätte zurückgreifen können. Wie in Bildnissen der Madame Pompadour, den bekanntesten Porträts einer offiziellen Mätresse, tauchen auch hier mit Vorhang, Sessel und Tisch allgemeine Bestandteile des Herrschaftsporträts auf.
Der Sessel aus Mahagoniholz, auf dem Caroline von Schlotheim sitzt, gibt einen weiteren Hinweis für die Datierung des Gemäldes. Dieser Sessel, der 1802 aufkam und dessen schildförmige Lehne mit den fächerförmigen Sprossen dem englischen »Hepplewhite-Style« folgt, hat im Unterschied zu dem Stuhl, der in dem Porträt von 1793 dargestellt ist, abgerundete Seitenteile »en gondole« und keine Armlehnen, so dass er sich als Schreibtischstuhl besonders gut eignete.


Literatur:
  • Vom Rokoko zur Romantik. Kassel 1946, Kat.Nr. 51.
  • Musgrave, Clifford: Adam and Hepplewhite Furniture. London 1966.
  • Madame de Pompadour und die Künste. München 2002, Kat.Nr. 22, 32, S. 116, 130.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 22, S. 37-38.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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