Stephan Edler von Wohlleben



Stephan Edler von Wohlleben


Inventar Nr.: L 84
Bezeichnung: Stephan Edler von Wohlleben
Künstler: Johann Baptist Lampi (1751 - 1830)
Datierung: 1801
Geogr. Bezug: Wien
Material / Technik: Leinwand
Maße: 72,2 x 59,7 cm (ovaler Spiegel) (Bildmaß)
Provenienz:

um 1940 in deutschem Reichsbesitz

Beschriftungen: Signatur: bez. u.l. (auf der Schriftrolle): Eques de Lampi pinxit 1801
Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen: K 269
Beschriftung: verso auf dem Keilrahmen Schild: 443/394


Katalogtext:
Anders als seine Ehefrau (L 85) ist Stephan von Wohlleben nicht in einer Landschaft, sondern in einem Innenraum porträtiert. Den Oberkörper im Dreiviertelprofil nach rechts gewandt und den Blick auf den Betrachter gerichtet, posiert er vor einer hellen Draperie, vor der sich sein Kopf mit den weichen Gesichtszügen und das grau gepuderte Haar deutlich abzeichnen. Im Hintergrund sind auf einem Tisch mit roter Decke Tintenfässer und eine Feder, Schriftstücke und Bücher drapiert, geläufige Attribute, um auf die berufliche Position des Dargestellten zu verweisen.
Von Wohlleben (1751-1823) war seit 1784 Stadtkämmerer und Magistrat der Stadt Wien, 1801 – im Entstehungsjahr des Gemäldes – wurde er zum Oberkämmerer ernannt und geadelt, ab 1804 war er Bürgermeister und seit 1810 Regierungsrat. Er trägt einen dunkelroten Frack, darunter eine goldene Weste und ein weißes Jabot. Die goldene Ehren- und Verdienstmedaille »Lege et Fide«, die an einer langen Goldkette um seinen Hals liegt und deren Avers das Profilbildnis von Kaiser Franz II. zeigt, dürfte von Wohlleben anlässlich der Ernennung zum Oberkämmerer erhalten haben. Diese war wohl auch der Anlass der Pendantbildnisse.
Die beiden Orden auf dem dunkelroten Frack, der Stephansorden und das Zivilehrenkreuz an leuchtendroten Bändern, wurden hingegen nachträglich hinzugefügt. Von Wohlleben erhielt sie erst in den Jahren 1814 und 1815. Auf dem Schabkunstblatt, das Michele Benedetti (1745-1804) nach 1804 von dem Porträt angefertigt hat, fehlen sie noch (Wien, Graphische Sammlung Albertina), ebenso auf der Lithographie von Carl Müller aus dem Jahr 1806 (Wien, Historisches Museum, Inv. Nr. 12.145). Bei der unbezeichneten Replik des Porträts, die im Format mit dem Kasseler Porträt fast identisch ist und im Historischen Museum der Stadt Wien aufbewahrt wird (Inv. Nr. 31064), wurden die beiden Orden im Zuge der Restaurierung entfernt.


Literatur:
  • Mengerle von Mühlfeld, Johann Georg: Memorabilien des östereichischen Kaiserstaates [...]. Wien 1825-1827, S. 210, 235 (Bd. 1).
  • John, Wilhelm [Hrsg.]: Erzherzog Karl, der Feldherr und seine Armee. Wien 1913, S. 186.
  • Wien 1800-1850. Wien 1969, Kat.Nr. 107, S. 48.
  • Czeike, Felix: Wien und seine Bürgermeister. Wien/München 1974, S. 257-262, 490.
  • Kaiser, Konrad: Ein Gang durch Kassels Neue Galerie. Kassel 1976, S. 30.
  • Un ritrattista nell'Europa delle corti. Giovanni Battista Lampi 1751-1830. Trient 2001, S. 294-297.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 95, S. 115.

Siehe auch:


  1. L 85: Theresia von Wohlleben


Letzte Aktualisierung: 05.10.2017


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