Schloss Weissenstein mit Habichtswald und Herkules



Schloss Weissenstein mit Habichtswald und Herkules


Inventar Nr.: LM 1959/52
Bezeichnung: Schloss Weissenstein mit Habichtswald und Herkules
Künstler: Johann Georg Pforr (1745 - 1798)
Datierung: 1778
Geogr. Bezug: Kassel
Material / Technik: Leinwand
Maße: Umzug NG: 70,0 x 85,5 x 4,5 cm (Objektmaß)
57,5 x 71,5 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1959 von Karl Ludwig von Rockwitz, Kassel

1910 Regierungs- und Medizinalrat Dr. Rockwitz

Beschriftungen: Signatur: bez. u.l.: a. d. 1778
Beschriftung: verso in schwarzer Tinte auf dem Keilrahmen: N° 43


Katalogtext:
Von Südosten her blickt man auf Schloss Weißenstein, den Vorgängerbau von Schloss Wilhelmshöhe, und auf den Kasseler Habichtswald, auf dessen Bergkamm Anfang des 18. Jahrhunderts das Oktogon mit der Monumentalstatue des Herkules als weithin sichtbares Zeichen errichtet worden war. Die Schlossanlage Weißenstein wurde unter Landgraf Moritz (1596-1627) zwischen 1606 und 1610 als Sommerresidenz erbaut und diente vorzugsweise Jagdaufenthalten. Detailliert dargestellt sind die Ostseite des dreiflügeligen Hauptbaus mit dem mit einer Kuppel abgeschlossenen Dachreiter und die angrenzende Gartenanlage, die von einer Mauer mit Eckpavillons eingefasst ist. Die etwas abseits stehende gotische, einschiffige Kirche wurde im Jahr 1256 vollendet und gehörte zu dem Augustinerinnen-Kloster Weißenstein, das nach der Reformation aufgelöst wurde. Zwischen den Laubbäumen sieht man außerdem den Aufsatz von einem der beiden Triumphbögen, die als Gartenarchitektur im Park standen. Im Zuge des Neubaus von Schloss Wilhelmshöhe und den Umgestaltungen des Parks, womit Wilhelm IX. (1743-1821) unmittelbar nach seinem Regierungsantritt im Oktober 1785 begann, wurden 1785 die Kirche, 1786 die Nebenflügel des Schlosses und 1790 der Hauptflügel abgerissen. Pforrs Gemälde gehört zusammen mit einer anonymen Tuschezeichnung und den Handzeichnungen von Johann Heinrich Müntz (1727-1798) zu den wenigen Bilddokumenten, die Schloss Weißenstein von Südosten her wiedergeben.
Das Gemälde ist nicht signiert, lediglich mit »1778« bezeichnet, dem Jahr, als Pforr nach Kassel zurückkehrte, um sich an der Akademie weiterzubilden. Die Zuschreibung an Pforr wird mit der fein gemalten Tierstaffage und Rückenfigur des Hirten im Vordergrund sowie der feinteiligen Behandlung des Baumschlags und der minutiösen Wiedergabe der Pflanzen in der rechten unteren Bildecke begründet.
Bei dem Gemälde handelt es sich um die einzige heute bekannte Landschaftsvedute von Pforr mit einer exakt bestimmbaren Topographie. Offensichtlich lehnte er sich an die Kasseler Schloss- und Parkansichten seines Lehrers Johann Heinrich Tischbein d. Ä. an (Eichenzell, Hessische Hausstiftung, Schloss Fasanerie, Inv. Nr. FAS B 436 u. B 341). Anscheinend hat Pforr mehrere Ansichten von Kassel und Schloss Weißenstein gemalt. Hermann Knackfuß hat dies jedenfalls in seiner 1908 verfassten Geschichte der Kasseler Akademie behauptet: »[...] um des Gelderwerbs willen, durch die Wünsche vieler Fremder verleitet, wie er selbst sagt, versuchte er es mit einer Folge von Ansichten von Kassel und Weißenstein, die in Kupfer gestochen und illuminiert werden sollten« (Knackfuß 1908, S. 41).

Holtmeyer, Bd. IV, 1910, S. 236 u. Tf. 131,3.



Letzte Aktualisierung: 17.07.2017


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