Landschaft mit Tierherde und Hirten



Landschaft mit Tierherde und Hirten


Inventar Nr.: AZ 4386
Bezeichnung: Landschaft mit Tierherde und Hirten
Künstler: Johann Georg Pforr (1745 - 1798)
Datierung: 1783
Geogr. Bezug: Frankfurt/Main
Material / Technik: Kupfer
Maße: 38 x 46 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 54,0 x 62,2 x 9,5 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1975 von der Galerie A. Gebhart, München

Beschriftungen: Signatur: bez. u.Mitte: Pforr 1783
Beschriftung: verso ausführliche Beschreibung des Sujets in französischer Sprache


Katalogtext:
Das hollandistisch gestaltete Idyll zeigt Hirten mit ihrer Herde, Rindern, Schafen und einer Ziege, in einer mit Felsgestein und Buschwerk durchsetzten Landschaft. Gelenkt wird der Blick auf zwei Rinder, die sich mit gesenkten Häuptern, die Hörner ineinander verkeilt, in einem Bach gegenüberstehen, der über den breiten, grasgesäumten Weg fließt. Der Hirte versucht mit erhobenem Stock, die Tiere auseinander zu bringen, begleitet von einem kläffenden Hund. Auch die Hirtin weist mit der ausgestreckten Linken auf die kämpfenden Tiere. Sie reitet im Damensitz auf einem Maultier heran, gefolgt von einem weiteren Hirten mit einer Schafherde. Ihre Silhouette ist teils gegen die ferne Landschaft, teils vor den blauen, leicht bewölkten Himmel gestellt. Akzentuiert werden die Personen, die nahezu in der Bildmitte als Diagonale angeordnet sind, zudem durch ihre Kleidungsstücke in leuchtendem Blau und in Rostrot.
Pforr malte das Gemälde in Frankfurt am Main, wo er seit 1781 lebte. Wie die anderen Frankfurter »Goethe-Maler« stellte auch er sich in die Tradition der holländischen Malerei des 17. Jahrhunderts, worauf Thema, Bildaufbau und Farbigkeit verweisen. Die in warmen Braungoldtönen gehaltenen sommerlichen Weidelandschaften mit Vieh von Paulus Potter (1625-1654) dienten Pforr hier als Vorbilder.
Pforr wählte eine Kupferplatte als Bildträger, um die einzelnen Details der kleinformatigen Szene minutiös erfassen zu können. Wie häufig in seinen Gemälden wird der Vordergrund von dunklen Brauntönen bestimmt. Im Mittelgrund herrschen warme Grünbrauntöne vor, die mit dem hellen Blaugrau von Himmel und Horizont kontrastieren. Das weiche Licht unterstreicht die beschauliche Stimmung der ländlichen Szene.


Literatur:
  • Kaiser, Konrad: Ein Gang durch Kassels Neue Galerie. Kassel 1976, S. 16.
  • Nichts als Natur und Genie. Pascha Weitsch und die Landschaftsmalerei in der Zeit der Aufklärung. Braunschweig 1998, Kat.Nr. 17, S. 90.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 122, S. 146-147.


Letzte Aktualisierung: 26.09.2017


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