Landschaft mit Bauernfamilie und Tieren



Landschaft mit Bauernfamilie und Tieren


Inventar Nr.: AZ 1060
Bezeichnung: Landschaft mit Bauernfamilie und Tieren
Künstler: Jean-Baptiste de Roy (1759 - 1839), Umkreis, zugeschrieben
Datierung: um 1797
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Eichenholz
Maße: 40,5 x 54,5 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 54,0 x 67,9 x 5,7 cm (Objektmaß)
Provenienz:

seit 1942 in städtischem Besitz nachgewiesen

Beschriftungen: Beschriftung: verso auf dem Rahmen Stempel der Murhard-Bibliothek


Katalogtext:
Das Hirtenidyll zeigt eine Bauernfamilie, die ihre Herde auf hügeligem Weideland am Ufer eines Flusses hütet. Der Bauer, der nahezu in der Bildmitte wiedergegeben ist, stützt sich mit einer Gerte auf seinen Maulesel. Ihm nähern sich auf einem Pfad vier Schafe, ein Ochse und die Bäuerin mit einem Kind auf dem Arm. Tiere und Menschen sind gegen den hohen, leicht bewölkten Himmel gestellt. Ein Mittelgrund ist nicht angegeben. Lediglich in der linken Bildecke, wo ein Hund seine Notdurft verrichtet, öffnet sich der Blick auf den Fluss und auf ein Dorf mit einer Kirche am gegenüberliegenden Ufer.
Die Szene lehnt sich an holländische Landschaftsidyllen des 17. Jahrhunderts an, etwa an Werke von Paulus Potter (1625-1654) oder Jan II van de Velde (1593-1641). Auch der Bildträger Eichenholz orientiert sich an diesen Vorbildern. Im städtischen Gemäldeinventar wurde das Hirtenidyll Francesco Casanova (1727-1803) zugeschrieben, der in der Tradition der niederländischen Malerei zahlreiche Landschaften mit Tieren und Hirten gemalt hat. Der grobe Malstil passt aber nicht zu Casanova. Stilistisch gehört das Gemälde in den Umkreis des in Belgien tätigen Jean-Baptiste de Roy, dessen Werke im Ausland großen Absatz fanden. Die Gestaltung der Tiere, aber auch die Komposition mit dem Landschaftsausblick am linken Bildrand ist etwa vergleichbar mit de Roys Gemälde »Rappe mit Ziegenherde und junger Schäferin« (Landesmuseum Mainz, Inv. Nr. 39), das er signiert und mit »1797« datiert hat (Gespräch mit Heidrun Ludwig am 24.10.2002). Das Kasseler Gemälde ist in keinem guten Zustand, die Holztafel ist horizontal etwa in der Mitte gespalten.


Literatur:
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 134, S. 155.


Letzte Aktualisierung: 13.09.2017


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