Betty Tischbein



Betty Tischbein


Inventar Nr.: GK 725a (1875/1179)
Bezeichnung: Betty Tischbein
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: 1805
Geogr. Bezug: Leipzig
Material / Technik: Leinwand
Maße: 68 x 54 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 84,5 x 70,5 x 9,5 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1906 aus Leipziger Privatbesitz

bis 1906 im Besitz der Nachkommen des Künstlers

Beschriftungen: Signatur: bez. u.l.: Tischb: p: 1805.


Katalogtext:
Anders als im Porträt der beiden Freundinnen (L 259) hat der Maler hier auf jegliche Attribute verzichtet und sich vor allem auf den Gesichtsausdruck seiner Tochter konzentriert. Betty (1787-1867), Tischbeins jüngste Tochter, hat den Oberkörper nach rechts gedreht, während sie den Blick dem Betrachter zuwendet. Ihre Hände verschwinden unter dem leuchtendroten Tuch, das über den Schultern liegt und zu dem weißen Musselinkleid einen farblichen Kontrast bildet. Die mit Kämmen hochgesteckten Haare und der Schnitt des Kleides mit gerafftem Dekolleté und kurzen Puffärmeln entsprechen der aktuellen Mode.
Die Farbgebung des Porträts ist ähnlich angelegt wie die im Doppelporträt der Freundinnen. Der Dreiklang aus leuchtendem Rot, kühlem Weiß und den warmen Farbtönen des Inkarnats vor braunschwarzem Grund bestimmt in den Jahren um 1805/06 mehrere Bildnisse Tischbeins.
Wilhelm Pinder (1907, S. 177), ein Urenkel von Friedrich August Tischbein, hat behauptet, dass Betty in diesem Porträt als »Emilia Galotti, für eine Leipziger Privataufführung gemalt« worden sei. Worauf sich Pinder mit dem Verweis auf Lessings Trauerspiel stützt, bleibt allerdings unerwähnt. Dem Bildnis ist dies nicht zu entnehmen, so fehlt etwa an Bettys Kleid die im Text erwähnte Rose.

Parthey 1863-64, Bd. 2, S. 640, Nr. 12 (?); Kat. Kassel 1907, Nr. 725c (als »Bildnis einer jungen Dame«); Pinder 1907, S. 177; Kat. Kassel 1913, S. 67, Nr. 725c (als »Bildnis der Tochter des Künstlers Caroline«); Stoll 1923, S. 201 u. Tf. 18 (als »Betty Tischbein«); AK Leipzig 1924, Nr. 62 m. Abb.; Schauer 1927, Abb. 49; AK Waldeck 1929, S. 69; Kat. Kassel 1929, S. 79, Nr. 725c (als »Bildnis der Tochter des Künstlers Betty«); Luthmer 1934, S. 32, Nr. 184; AK Leipzig 1937, S. 70, Nr. 581; Thieme/Becker, Bd. 33, 1939, S. 208; AK Kassel 1947, Nr. 90; Kat. Kassel 1955, Abb. 22; Kat. Kassel 1958, S. 154, Kat. Nr. 725a m. Abb.; Herzog 1967b, o. S., Abb. 4; Franke 1993, Bd. 2, Nr. 445.


Literatur:
  • 3x Tischbein und die europäische Malerei um 1800. Kat. Staatliche Museen Kassel, Museum der bildenden Künste Leipzig. München 2005, Kat.Nr. 64, S. 196.


Letzte Aktualisierung: 14.11.2016


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