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Das Dankopfer Noahs


Inventar Nr.: 1875/884
Bezeichnung: Das Dankopfer Noahs
Künstler: Emanuel Johann K. Wohlhaupter (1683 - 1756), Umkreis
Datierung: um 1749/1750
Geogr. Bezug: Fulda
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: 41 x 54,6 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 41,0 x 55,2 x 4,0 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1816 im Zuge der Eingliederung Fuldas in das Kurfürstentum Hessen

Beschriftungen: Beschriftung: u.l. rote Nr.: 2064; verso alter Klebezettel: N. I. Nro. 884.


Katalogtext:
Thema des Gemäldes ist nicht allein das Dankopfer Noahs, das er – wie in der Genesis überliefert (Gen 8, 20) – nach dem Ende der Sintflut darbrachte, sondern zugleich die Verheißung Gottes an Noah, einen Bund zwischen ihm und der Erde zu schließen (Gen 9, 13). Im Vordergrund kniet Noah in Begleitung seiner Frau und seiner Söhne mit ihren Frauen vor dem Steinaltar, auf dem der geopferte Widder brennt. Zwei tote Tauben liegen am Fuß des Altars. Die große Holzarche ist im Hintergrund auf einer Anhöhe zu sehen, umgeben von verschiedenen Tieren, darunter Kamel, Schaf, Rind, Hund und Ziege. Noah, in braunem Gewand und ockerfarbenem Mantel, kniet in strengem Profil nach links. Die linke Hand hat er zur Brust geführt, mit der rechten weist er auf die Gaben. Besonders hervorgehoben wird er durch den Regenbogen, der sich – als Zeichen für den Bund Gottes mit den Menschen – unmittelbar über seinem Kopf erhebt. In der aufleuchtenden Sonne unterhalb des Regenbogens erscheint in goldenen hebräischen Buchstaben der Name Jahwe. Die Landschaft nimmt die Hälfte des Gemäldes ein. Während die linke Bildhälfte von Menschen und Tieren bevölkert ist, wird die rechte von einem Flusslauf und grasbewachsenen Hügeln und Laubbäumen bestimmt.
Noahs Dankopfer ist eines von neun Gemälden mit Szenen aus dem Alten Testament (1875/883-886, 1875/902-906), die 1816 im Zuge der Eingliederung Fuldas in das Kurfürstentum Hessen nach Kassel gelangten. Vermutlich stammen sie von einem Fuldaer Maler aus dem Umkreis von Emanuel Johann Wohlhaupter, wobei sie nicht unbedingt alle von derselben Hand gemalt sein müssen. Im 1816 begonnenen Inventar von Robert findet sich mit Bleistift der Vermerk: »in der Art des Amiconi oder Longhi«. Diesen Vermerk dürfte Robert selbst oder ein Zeitgenosse vorgenommen haben. Zeitweise wurden die Gemälde auch der um 1750 gemeinsam geführten Werkstatt von Wohlhaupter und Herrlein zugeschrieben. Dies legt zwar die Provenienz nahe, auch stimmt das Kolorit der Gemälde in etwa mit Wohlhaupters Farbwahl überein, weniger aber die Figurentypen. In wessen Auftrag die Szenen entstanden sind und für welchen Kontext, etwa als vorbereitende Ölskizzen für großformatige Tafelbilder, ist nicht bekannt (Begutachtung von Gregor Stasch, 27.5.2002).


Literatur:
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Verzeichniß der Kurfürstlichen Gemählde-Sammlung. Cassel 1830, Kat.Nr. 1403, S. 219.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 334, S. 355-356.


Letzte Aktualisierung: 04.10.2017


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