Das Gastmahl des Königs Belsazar



Das Gastmahl des Königs Belsazar


Inventar Nr.: GK 221
Bezeichnung: Das Gastmahl des Königs Belsazar
Künstler: Pieter de Grebber (1600 - 1652/53)
Datierung: 1625
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Eichenholz
Maße: 151 x 223 cm (Bildmaß)
Provenienz:

Geschenk von E. Habich, Kassel, 1892


Katalogtext:
Bei einem Fest ließ Belsazar, der letzte König Babylons, die goldenen Gefäße holen, die sein Vater Nebukadnezar aus dem Tempel von Jerusalem geraubt hatte. Da erschien plötzlich eine Hand und schrieb geheimnisvolle Zeichen auf die Wand. Nur der weise Jude Daniel konnte die Schrift entziffern: >>Mene, mene, tekel, u-parsim<< (gezählt, gewogen, geteilt). Daniel deutete dem König die Botschaft: Gezählt sind die Tage deiner Herrschaft, gewogen wurdest du und zu leicht befunden, dein Reich wird geteilt. Noch in derselben Nacht wurde Belsazar getötet, und der Meder Darius trat die Herrschaft an. (Buch Daniel, 5) * Nach Habichs Mitteilung stammt das Bild aus dem ehemals dänischen Gottorf bei Schleswig, was die Überlieferung stützt, de Grebber habe (wie zahlreiche Niederländer) für den dänischen König gearbeitet. Die monumentale, in Licht- und Schattenfiguren symmetrische Komposition, die als Schlüsselwerk des holländischen Klassizismus angesehen werden kann, steht zumindest nicht in Widerspruch zur bedeutenden Kopenhagener Hofkunst dieser Epoche (vgl. Ausst. Kat. Christian IV. and Europe, Kopenhagen u. weitere Orte 1988, S. 73 ff.).


Literatur:
  • Lampertz, Heinrich; Heberle, J. M.; Schall, Josef Th.: Katalog der ausgewählten und reichhaltigen Gemälde-Sammlung des Rentners Herrn Edward Habich zu Cassel. Versteigerung zu Cassel den 9. und 10. Mai 1892. Köln 1892, Kat.Nr. 70, S. 28.
  • Wurzbach, Alfred von: Niederländisches Künstler-Lexikon. 3 Bde. Wien/Leipzig 1906-1911, S. 614 (Bd. 1).
  • Thieme, U. [Hrsg.]; Becker, F [Hrsg.]; Vollmer, H. [Hrsg.]: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Leipzig 1907-1950, S. 560 (Bd. 14, 1921).
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 221, S. 26.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 221, S. 31.
  • Luthmer, Kurt: Staatliche Gemäldegalerie zu Kassel. Kurzes Verzeichnis der Gemälde. 34. Aufl. Kassel 1934, Kat.Nr. 221, S. 21.
  • Pigler, Andor: Barockthemen. Eine Auswahl von Verzeichnissen zur Ikonographie des 17. und 18. Jahrhunderts. 3 Bde. (Bd.1 Darstellungen religiösen Inhalts, Bd. 2 Profane Darstellungen, Bd. 3 Tafelband). Budapest/Berlin 1956, S. 216 (Bd. 1).
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 221, S. 65.
  • Herzog, Erich: Die Gemäldegalerie der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Geschichte der Galerie von Georg Gronau und Erich Herzog. Hanau 1969, S. 85.
  • Beisheim, Johannes; Ketelsen, Thomas: Bibelbilder (mit Erläuterungen zu Werken der Kasseler Gemäldegalerie Alte Meister von T. Ketelsen). Kassel 1992, Kat.Nr. 13.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 127-128.
  • Weber, Gregor J. M.: Rembrandt im Kontrast. Die Blendung Simsons und Der Segen Jakobs. Kassel 2005, Kat.Nr. 3, S. 27, 79.
  • Justus Lange/Sebastian Dohe/Anne Harmssen: Mene, mene tekel. Das Gastmahl des Belsazar in der niederländischen Kunst. Kassel 2014, S. 30-33.
  • Vries, Lyckle de: Stories in Gilded Frames. Dutch seventeenth-century paintings with biblical and mythological subjects. Amsterdam 2016, Kat.Nr. 33, S. 58.
  • Schnackenburg, Bernhard: Jan Lievens. Freund und Rivale des jungen Rembrandt. Mit einem kritischen Katalog des Leidener Frühwerks 1623-1632. Petersberg 2016, S. 49.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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