Ein Boxkampf in London



Ein Boxkampf in London


Inventar Nr.: GK 1191 (AZ 761)
Bezeichnung: Ein Boxkampf in London
Künstler: Andreas Möller (1684 - 1762 (?))
Datierung: 1737
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Öl
Maße: 63,5 x 76,5 cm (Bildmaß)


Katalogtext:
„Ein Boxkampf in London“ wurde vor 1749 von Landgraf Wilhelm VIII. erworben; bei einer Auktion von Depotware wurde es 1827 von den Brüdern Murhard erworben und kam so über deren Stiftung an die Stadt Kassel und deren Leihgaben an den Staat wieder in die Gemäldegalerie. Der Porträtmaler Andreas Möller (Kopenhagen 1684-1762 Berlin) bereiste viele Fürstenhöfe Europas. In Kassel war er 1715 bis ca. 1721 tätig, aber auch in Dresden, Berlin, Wien, Rom und mehrfach in London. Mit der Darstellung des Boxkampfes, Möllers einzigem bekannten Genrebild, nimmt er sich einer Sportart an, die im 18. Jahrhundert in England immer mehr an Prestige gewann, weil man darin – ganz im Geiste der Antike – eine natürlichere Form der Auseinandersetzung sah als in Kämpfen mit Pistolen oder Degen. Es kommt zu organisierten Preiskämpfen, erste Boxer werden berühmt. Möllers Gemälde ist nicht frei von Humor: Die Boxer haben die Oberkörper entblößt, mit ihren Baretts flogen auch die Perücken auf die Erde, grimmig ballen sie die Fäuste. Einiges Volk hat sich angesammelt, darunter Soldaten, ein Schuhputzerjunge, eine Milchverkäuferin, ein kleiner schwarzer Schornsteinfeger. Die Schilderung einer solchen Straßenszene ist in der englischen Malerei ebenfalls neuartig; der berühmteste Maler solchen Alltagslebens, William Hogarth, nahm diese Motivik erst später auf und zeigte erst 1749/50 einen Boxkampf auf seinem bissigen Bild „March to Finchely“.


Literatur:
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Versuch eines Verzeichnisses der Kurfürstlich Hessischen Gemählde-Sammlung. Cassel 1819, Kat.Nr. 659, S. 107.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 186.


Letzte Aktualisierung: 08.09.2017


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