Ansicht der Gesamtanlage des Karlsberges von den Kaskaden und Gärten unterhalb des Schlosses bis zum Oktogon (Nr. 8)



Ansicht der Gesamtanlage des Karlsberges von den Kaskaden und Gärten unterhalb des Schlosses bis zum Oktogon (Nr. 8)


Inventar Nr.: GK 1106
Bezeichnung: Ansicht der Gesamtanlage des Karlsberges von den Kaskaden und Gärten unterhalb des Schlosses bis zum Oktogon (Nr. 8)
Künstler: Jan van Nickelen (1656 - 1721)
Datierung: ab 1716
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 169 x 149 cm (Bildmaß)
Provenienz:

entstanden seit 1716 im Auftrag von Landgraf Carl


Katalogtext:
Die Serie zeigt die Bebauung am Osthang des Habichtswaldes vom bekrönenden Detail, dem Oktogon mit Pyramide und Herkules-Statue, in schrittweiser Ausweitung des Überblicks bis zur Gesamtanlage. Die ersten drei Ansichten (GK 1099-1101) stimmen mit den seit 1701 ausgeführten Bauten des Architekten Giovanni Francesco Guerniero weitgehend überein, enthalten aber Bereicherungen durch Skulpturenschmuck, farbige Architekturfassungen und bewachsene Pyramiden mit Tempelchen neben dem Oktogon. Die unteren zwei Drittel der Anlage mit Schloßbauten, Gärten und Wasserkünsten weichen in der Malerei von Guernieros Planungen (vgl. das Stichwerk Delineatio Montis ..., 1. Aufl. Rom 1705, Kassel 1706) nicht nur erheblich ab, sondern übertreffen sie in den Dimensionen bei weitem. Möglicherweise kam van Nickelen hier selbst zum Zuge. Geht bereits aus Guernieros Kommentar hervor, daß das gewaltige Karlsberg-Projekt Landgraf Carls nicht zur vollständigen Ausführung bestimmt war (vgl. R. Scharf, Nachwort zur Faksimile-Ausgabe der >>Delineatio Montis<<, Leipzig/Stuttgart 1988, S. 3), so verlagerte sich die Vollendung des Unternehmens nach dem Weggang des Architekten 1715 und dem Versiegen der Baumittel ganz in die Architekturphantasie.
Nach van Gool starb der Maler vor Vollendung der Serie. Dazu in Widerspruch steht die Nachricht, daß er 1720 das Honorar empfing (s. Holtmeyer). 1722/23, 1727 und 1729 sind Zahlungen an den >>junge Nickele<< dokumentiert (s. Philippi und Archiv Staatliche Museen Kassel), die sich auf die kleinformatigen Kopien beziehen, welche Jans Sohn Rijmer van Nickelen schuf (Kunsthaus-Inv. 1744 Nr. 306, heute im Weißensteinflügel von Schloß Wilhelmshöhe, Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen).


Inventare:
  • Weinberger Cornelia: Inventarium von denen in dem königl. hfrstl. kunsthaus befindlichen schildereien, rissen, zeichnungen, kupferstichen und sonstigen sachen, welche in dem summarischen inventario de a° 1744 [...] nicht enthalten. Kassel 1747, S. 45, Nr. 457.
Literatur:
  • Barock in Deutschland. Residenzen. Museumsgebäude Berlin-Charlottenburg Jebensstraße. Ausstellung 9.9.1966 - 6.11.1966. Berlin 1966, Kat.Nr. 176, S. 116, 118.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 206-207.


Letzte Aktualisierung: 26.07.2017


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