Die Gemäldegalerie Alte Meister



Die Kasseler Gemäldegalerie zählt zu den bedeutendsten ihrer Art und kann im Kern auf eine über 500-jährige Geschichte zurückblicken. Ausgehend von älterem landgräflichem Besitz waren es im Wesentlichen drei Fürsten, die die Sammlung zusammentrugen. Während Landgraf Carl (1654–1730) sein Augenmerk nach Italien richtete, war es sein Sohn Wilhelm VIII. (1682–1760), der der Gemäldegalerie ihre noch heute spürbare Prägung als Sammlung mit Schwerpunkt auf den Niederlanden gab. Seiner Kennerschaft und seinem Sammeleifer wird die Mehrzahl der heute in Kassel zu sehenden Meisterwerke holländischer und flämischer Kunst verdankt. Sein Sohn Friedrich II. (1720–1785) setzte die Sammeltätigkeit zunächst fort, widmete sich aber später anderen Interessen und schuf mit dem der Aufklärung verpflichteten Museum Fridericianum den ersten musealen Neubau auf dem Kontinent. In den nachfolgenden Generationen wurde die Gemäldegalerie sukzessive erweitert und bietet heute auf drei Ausstellungsetagen in Schloss Wilhelmshöhe einen qualitätvollen Rundgang durch die europäische Kunstgeschichte von der Spätgotik bis zum beginnenden Klassizismus.

Mit etwa 2.300 Werken gehört die Kasseler Gemäldegalerie Alte Meister zu den großen Sammlungen der Malerei in Deutschland und genießt weltweite Anerkennung. Der Bestand reicht vom späten 15. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts und bietet einen Überblick über die europäische Malereigeschichte auf hohem Niveau. Insbesondere die Malerei der Niederlande ist mit zahlreichen Spitzenwerken vertreten.

Die vorliegende Onlinedatenbank wird erstmals alle Werke im Bestand der Gemäldegalerie Alte Meister erfassen. Hierfür wurden bestehende Publikationen, insbesondere der von Bernhard Schnackenburg publizierte Gesamtkatalog aus dem Jahr 1996 verwendet, der seit einiger Zeit vergriffen ist. Neuere Forschungsergebnisse zu einzelnen Werken wurden eingearbeitet. Die Texte zum Bestand der Rembrandt-Sammlung sind dem Katalog von 2006 mit Texten von Gregor J. M. Weber und Julia Gierse entnommen. Die früher von der Neuen Galerie verwaltete Malerei der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde 2003 in einem von Stefanie Heraeus bearbeiteten Bestandskatalog publiziert. Die Katalogtexte wurden hierfür in den Onlinekatalog eingefügt. In wenigen Fällen konnten auch hier Ergänzungen vorgenommen werden.

Seit November 2020 sind auch die Gemälde aus der Sammlung Schlossmuseen integriert, d.h. Werke aus der Löwenburg, dem Weißensteinflügel und Schloss Wilhelmsthal sowie weitere von der Schlösserverwaltung in Bad Homburg übernommene Werke aus Kasseler Provenienz (z.B. ehemaliges Residenzpalais, Schloss Wilhelmshöhe etc.).

Die Onlinedatenbank wird im Rahmen der Möglichkeiten sukzessive ergänzt und erweitert werden.

Justus Lange


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