Magdalena Edle von Zwackh



Magdalena Edle von Zwackh


Inventar Nr.: GK 1014a (1875/1447)
Bezeichnung: Magdalena Edle von Zwackh
Künstler: Johann Georg Edlinger (1741 - 1819)
Datierung: um 1790
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand, doubliert
Maße: Umzug NG: 79,0 x 64,0 x 5,0 cm (Objektmaß)
67,8 x 53 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben 1966 von der Galerie Mander, München

1914 Frau von Zwackh zu Holzhausen


Katalogtext:
Magdalena Edle von Zwackh ist mit leichter Körperwendung nach rechts vor neutralem dunkelbraunem Grund wiedergegeben, von dem sich der dunkel gekleidete Oberkörper mit dem braunen Kleid und dem schwarzgrauen Schultertuch kaum abhebt. Lichtführung und Farbwahl rücken den Kopf mit dem blassen Inkarnat und den gealterten Gesichtszügen ins Zentrum des Bildnisses. Wie sein Zeitgenosse Anton Graff folgte Edlinger einer nicht idealisierenden Porträtauffassung, die Johann Georg Meusel zu der Bemerkung veranlasste, Edlinger sei » [...] ein Künstler, mit dem das Frauenzimmer weniger zufrieden ist« (Meusel, Miscellaneen, 1792, S. 459f.). Besonders akzentuiert wird das Gesicht durch die helle rüschenbesetzte Haube mit der braunvioletten Schleife, die sich auch in den etwa zur selben Zeit entstandenen Bildnissen der Madeleine Platzmann von Anton Graff (1875/1446) und im Porträt der Frau von Rohden von einem Tischbein-Schüler (AZ 1982/6) findet. Mit der auf Braunschwarztöne reduzierten Farbgebung und dem Verzicht auf Accessoires ist das Bildnis exemplarisch für Edlingers Porträtauffassung der 1790er Jahre.
Magdalena Edle von Zwackh (1728-1808), geb. Dillner, war mit Philipp Edler von Zwackh (1729-1809) verheiratet, Hofkammerrat und Generallottoadministrator in Holzhausen. Von dem Porträt gibt es mehrere Versionen. Ein zweites, im Format etwas kleineres Brustbild, das als das frühere gilt, zeigt sie in derselben Pose und Kleidung (München, Bayerisches Nationalmuseum, Inv. Nr. 15/2). Der Bildausschnitt ist dort etwas enger gefasst, so dass das Gesicht näher an den Betrachter heranrückt. Zudem sind die gealterten Gesichtszüge durch härtere Licht-Schatten-Kontraste stärker betont und die Kleidung ist detaillierter ausgearbeitet. Zur Münchner Version gibt es ein Gegenstück des Ehemanns, ebenfalls im Bayerischen Nationalmuseum (Inv. Nr. 15/1), so dass man vermuten darf, dass auch zur Kasseler Version ein Pendantbildnis gehörte.


Literatur:
  • Meusel, Johann Georg [Hrsg.]: Miscellaneen artistischen Inhalts. Erfurt 1779ff., S. 459.
  • Meisterporträts aus Heidelberger Besitz. Heidelberg 1914, Kat.Nr. 92, S. 23.
  • Heinemann, Lili Charlotte: Johann Georg Edlinger, ein Münchner Porträtmaler vom Ende des 18. Jahrhunderts. München 1924, Kat.Nr. 8, S. 125.
  • Kaiser, Konrad: Ein Gang durch Kassels Neue Galerie. Kassel 1976, S. 17.
  • Schenk, Rolf: Der Münchner Porträtmaler Johann Georg Edlinger. Monographie und Werkkatalog. München 1983, Kat.Nr. 64, S. 97-99.
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 32, S. 48-49.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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