Stephanie Großherzogin von Baden mit Tochter Luise, Skizze



Stephanie Großherzogin von Baden mit Tochter Luise, Skizze


Inventar Nr.: 1875/1256
Bezeichnung: Stephanie Großherzogin von Baden mit Tochter Luise, Skizze
Künstler: Johann Friedrich August Tischbein (1750 - 1812)
Datierung: 1812
Geogr. Bezug: Mannheim
Material / Technik: Leinwand, auf Karton aufgezogen
Maße: 44,5 x 32,5 cm (Bildmaß)
Umzug NG: 54,3 x 42,0 x 4,2 cm (Objektmaß)
Provenienz:

erworben 1926 von dem Kunsthändler Dr. Rolph Grosse, Berlin

Beschriftungen: Beschriftung: u.r. (von fremder Hand, vermutlich von Wilken): Scizze zu einem Portr. der Großherzogin Stephanie von Baden, dessen Ausführung [durch] den Tod verhindert


Katalogtext:
Die Ölskizze, die Stephanie von Baden mit ihrer einjährigen Tochter zeigt, entstand kurz vor Tischbeins Tod. Ähnlich wie auf anderen Mutter-Kind-Bildnissen des Malers sitzt die Großherzogin in einem Innenraum und hält die Tochter fest, die vor ihr mit einer Puppe im Arm auf einem Tisch sitzt, auf dem noch weitere Spielsachen liegen. Anstelle des gesellschaftlichen Status der Dargestellten wird das häusliche Familienleben herausgestellt. Die weißen Kleider von Mutter und Tochter bilden einen farblichen Kontrast zu den warmen Orangerottönen des breiten Schals, der über der Stuhllehne liegt, und zur dunkelroten Decke des Tisches.
Stephanie von Baden (1789-1860) war die Adoptivtochter Napoleons I. und seit 1806 mit Karl Ludwig Großherzog von Baden verheiratet. Im Mai 1812, als Tischbein sich bei seiner Tochter Caroline Wilken in Heidelberg aufhielt, beauftragte die Großherzogin ihn, nach Mannheim zu kommen, um sie mit ihrer Tochter Luise Amalie Stephanie (1811-1854) zu porträtieren.
Den Aufzeichnungen Caroline Tischbeins zufolge (Stoll 1923, S. 164), malte ihr Vater kein Doppelporträt von Stephanie von Baden und ihrer Tochter wie in der vorliegenden Skizze, sondern je eigene Bildnisse: »Der Vater hatte beide Porträts angefangen und arbeitete mit Lust, vollendete auch fast das sehr ähnlich gewordene Bild der Großherzogin, dann aber erkrankte er [...].« Über den Verbleib dieser Gemälde ist nichts bekannt. Der durchsichtige Farbauftrag der Skizze, der bei Tischbeins anderen Ölskizzen so nicht zu beobachten ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass er sie vorzeitig abgebrochen hat.


Literatur:
  • Stoll, Adolf: Der Maler Friedrich August Tischbein und seine Familie. Stuttgart 1923, S. 163, 183.
  • Luthmer, Kurt: Die hessische Malerfamilie Tischbein. Verzeichnis ihrer Mitglieder und einer Auswahl ihrer Werke. Kassel 1934, Kat.Nr. 196, S. 33.
  • Franke, Martin: Johann Friedrich August Tischbein. Leben und Werk. Egelsbach u. a. 1993, Kat.Nr. 30 (Bd. 2).
  • Heraeus, Stefanie [Bearb.]; Eissenhauer, Michael [Hrsg.]: Spätbarock und Klassizismus. Bestandskatalog der Gemälde in den Staatlichen Museen Kassel. Kassel [u.a.] 2003, Kat.Nr. 191, S. 218.


Letzte Aktualisierung: 20.09.2017


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