Bildnis der Elsbeth Tucher



Bildnis der Elsbeth Tucher


Inventar Nr.: GK 6
Bezeichnung: Bildnis der Elsbeth Tucher
Künstler: Albrecht Dürer (1471 - 1528)
Datierung: 1499
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Lindenholz
Maße: 29,1 x 23,3 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben vermutlich mit dem Bildnis der Ursula Tucher von Michael Wolgemut (GK 4) zu einem unbekannten Zeitpunkt wohl im frühen 17. Jahrhundert. Erste Erwähnung in der Sammlung von Landgraf Karl.

Beschriftungen: Signatur: Links unten über den Fingern, sehr schwach, das Monogramm des Künstlers von fremder Hand. Rechts oben, ebenfalls von fremder Hand: ELSPET.NICLAS.TVCHERIN (IN verbunden) 26 ALT (verbunden) / 1499. Auf der Schließe des Gewandes: NT. Auf dem Haubenband die ungedeuteten Buchstaben MHIMNSK, in das Hemd eingewebt: WW. Erworben vermutlich zusammen mit dem Bildnis der Ursula Tucher von Michael Wolgemut (GK 4) zu einem unbekannten Zeitpunkt wohl im frühen 17. Jahrhundert.


Katalogtext:
Teil eines zusammenklappbaren Diptychons; das Porträt des Ehemannes Niclas Tucher ist verschollen. Dessen Bruder Hans Tucher und seine Frau Felicitas malte Dürer ebenfalls 1499 (Kunstsammlungen zu Weimar, Schloßmuseum, Inv. Nr. G 31). Elsbeth Tucher, geb. Pusch (geb. 1473), war die Tochter des Zeugmeisters der Nürnberger Artillerie. 1492 heiratet sie Nikolaus Tucher (1464-1527) aus einer bedeutenden Nürnberger Patrizierfamile. Von Wolgemuts 1478 gemaltem Bildnis der Ursula Tucher (GK 4), der Schwiegermutter Elsbeths, unterscheidet sich Dürers Porträt fundamental durch das renaissancehafte Selbstbewußtsein der Dargestellten mit diesseitszugewandtem Blick und die raumschaffende Plastizität und Linearität der Gestaltung. Der Durchblick auf eine kontrastreiche Landschaft unterstreicht den Eindruck von Klarheit und Festigkeit.


Inventare:
  • Summarisches Inventarium. Über die in dem königl. und hoch-fürstl. Kunst-Hause so genannten Medaillen-Cammer befindlichen Pretiosa und anderen Sachen. 1744 / 1747, S. 190.
  • Weinberger Cornelia: Inventarium von denen in dem königl. hfrstl. kunsthaus befindlichen schildereien, rissen, zeichnungen, kupferstichen und sonstigen sachen, welche in dem summarischen inventario de a° 1744 [...] nicht enthalten. Kassel 1747, S. 67, Nr. 783.
Literatur:
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Versuch eines Verzeichnisses der Kurfürstlich Hessischen Gemählde-Sammlung. Cassel 1819, Kat.Nr. 5, S. 2.
  • Aubel, L.; Eisenmann, Oscar: Verzeichniß der in dem Lokale der Neuen Gemälde-Galerie zu Cassel befindlichen Bilder. 2. Aufl. Cassel 1878, Kat.Nr. 7, S. 2.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 3, S. 3-4.
  • Voll, Karl: Die Meisterwerke der königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. München 1904.
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 6, S. 21.
  • Flechsig, Eduard: Albrecht Dürer. Sein Leben und seine Künstlerische Entwicklung. Leipzig 1928, S. 363.
  • Winkler, Friedrich (Hrsg.): Dürer. Des Meisters Gemälde, Kupferstiche und Holzschnitte. Berlin/Leipzig 1928, S. XVII.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 6, S. 25.
  • Luthmer, Kurt: Staatliche Gemäldegalerie zu Kassel. Kurzes Verzeichnis der Gemälde. 34. Aufl. Kassel 1934, Kat.Nr. 6, S. 5.
  • Waetzoldt, Wilhelm: Dürer und seine Zeit. Leipzig 1935, S. 170, 183.
  • Voigt, Franz: Die Gemäldegalerie Kassel. Führer durch die Kasseler Galerie. Kassel 1938, Kat.Nr. 6, S. 39.
  • Buchner, Ernst: Das deutsche Bildnis der Spätgotik und der frühen Dürerzeit. Berlin 1953, Kat.Nr. 178, S. 157.
  • Vogel, Hans; Bode, Arnold; Schuh, Ernst: Gemälde der Kasseler Galerie kehren zurück. Ausstellung Kunsthistorisches Museum Wien 20.12.1955 - 5.2.1956, Hessisches Landesmuseum Kassel 18.3.1956 - 30.9.1956. Kassel 1955, Kat.Nr. 6, S. 10.
  • Winkler, Friedrich: Albrecht Dürer. Leben und Werk. Berlin 1957, S. 82.
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 6, S. 53.
  • Vogel, Hans: 45 Gemälde der Kasseler Galerie. Kassel 1961, S. 18.
  • Bott, Gerhard; Gronau, Georg; Herzog, Erich; Weiler, Clemens: Meisterwerke hessischer Museen. Die Gemäldegalerien in Darmstadt, Kassel und Wiesbaden. Hanau 1967, Kat.Nr. VIII, S. 100, 103, 158.
  • Herzog, Erich: Die Gemäldegalerie der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Geschichte der Galerie von Georg Gronau und Erich Herzog. Hanau 1969, S. 12, 15, 74.
  • Lehmann, Jürgen M.; Verein der Freunde der Kasseler Kunstsammlungen, Kassel e. V. (Hrsg.): Gemäldegalerie Alte Meister. Schloß Wilhelmstal. Bildheft mit 100 Meisterwerken. Kassel 1975.
  • Adler, Wolfgang; Herzog, Erich; Lahusen, Friedrich; Lehmann, Jürgen M.: Gemäldegalerie Alte Meister Schloß Wilhelmshöhe. Braunschweig 1981, S. 18-19.
  • Strieder, Peter; mit Beiträgen von Goldberg, Gisela; Harnest, Joseph; Meude, Matthias: Dürer. Königstein im Taunus 1981, S. 228, 232.
  • Schneckenburger-Broschek, Anja: Die altdeutsche Malerei. Kassel, Staatliche Kunstsammlungen Kassel 1982, S. 10, 13, 31, 64-65.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 108.
  • Schneckenburger-Broschek, Anja: Altdeutsche Malerei. Die Tafelbilder und Altäre des 14. bis 16. Jahrhunderts in der Gemäldegalerie Alte Meister und im Hessischen Landesmuseum Kassel. Kassel, Staatliche Kunstsammlungen Kassel 1997, S. 112-119.
  • Borgrefe, Heiner [Hrsg.]; Lüpkes, Vera [Hrsg.];Ottomeyer, Hans [Hrsg.]: Moritz der Gelehrte. Ein Renaissancefürst in Europa. Eurasburg 1997, Kat.Nr. 296, S. 263-264.
  • Gudrun Hofrichter/ Arno Reich-Siggemann: Farbe begegnen. Vom Erleben zur Gestaltung. Stuttgart 2013, S. 59.
  • Sparkassen-Kulturfonds des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes: Vierter Rundgang. Projekte des Sparkassen-Kulturfonds 2011-2013. Berlin 2013, S. 51.
  • Anne-Marie Bonnet u.a.: Die Malerei der deutschen Renaissance. München 2014, S. 86.


Letzte Aktualisierung: 09.02.2016


Wissenschaftliche Kommentare:

Hier können Sie uns Anmerkungen und Kommentare zu unseren Objekten hinterlassen, die nach Sichtung durch unsere Mitarbeiter allen Lesern angezeigt werden. Gerne können Sie uns dabei auch Ihren Namen und Ihre Institution nennen, es ist aber nicht erforderlich. Sie können uns auch Ihre E-Mail-Adresse mitteilen, die ausdrücklich nur von unseren Mitarbeitern eingesehen werden kann.

Bisher wurden keine Kommentare geschrieben.

Einen neuen Kommentar hinzufügen.




© Museumslandschaft Hessen Kassel 2017
Datenschutzhinweis | Impressum