Venus, Amor, Bacchus und Ceres



Venus, Amor, Bacchus und Ceres


Inventar Nr.: GK 85
Bezeichnung: Venus, Amor, Bacchus und Ceres
Künstler: Peter Paul Rubens (1577 - 1640)
Datierung: um 1612/13
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 179 x 239 x 16 cm mit Rahmen (Objektmaß)
140,5 x 200 cm (Bildmaß)
Provenienz:

erworben vor 1749 durch Wilhelm VIII.


Katalogtext:
Der Weingott Bacchus bietet der Liebesgöttin Venus eine halbgefüllte Weinschale an und ihrem Begleiter Amor eine Traube. Ceres, die Göttin der Feldfrüchte mit Ährenkranz, hält in einem Korb ihre Gaben bereit. Der allegorischen Darstellung liegt ein durch den römischen Komödiendichter Terenz überliefertes Sprichwort zugrunde: Sine Cerere et Libero (Baccho) friget Venus (Ohne Ceres und Bacchus friert Venus). Gemeint ist, daß ohne Essen und Trinken keine Liebe möglich sei. In der christlich-moralisierenden Interpretation, die auch die seit dem Spätmanierismus entstandenen bildlichen Darstellungen beherrscht, verführen unmäßiges Essen und Weintrinken zur fleischlichen Begierde. Rubens´ Darstellung vermeidet allerdings jeden rauschhaften Überschwang und ist deshalb mit Warnke und Renger eher als Bekenntnis des Künstlers zu maßvollem Lebensgenuß angesehen. Der in Rubens´ Malerei einzigartige gezügelte Klassizismus ist somit inhaltlich begründet. Er hat nichts von Erstarrung an sich, sondern demonstriert in sich ruhende Lebensfülle. Für die Gestalt der Ceres diente die >>Kauernde Aphrodite<< des hellenistischen Bildhauers Doidalses als Vorbild. Entstanden um 1612/13.


Literatur:
  • Causid, Simon: Verzeichnis der Hochfürstlich-Heßischen Gemälde-Sammlung in Cassel. Cassel 1783, Kat.Nr. 94, S. 28.
  • Aubel, L.; Eisenmann, Oscar: Verzeichniß der in dem Lokale der Neuen Gemälde-Galerie zu Cassel befindlichen Bilder. 2. Aufl. Cassel 1878, Kat.Nr. 179, S. 18.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 87, S. 61.
  • Voll, Karl: Die Meisterwerke der königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. München 1904.
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 85, S. 58.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 85, S. 68.
  • Luthmer, Kurt: Staatliche Gemäldegalerie zu Kassel. Kurzes Verzeichnis der Gemälde. 34. Aufl. Kassel 1934, Kat.Nr. 85, S. 12.
  • Voigt, Franz: Die Gemäldegalerie Kassel. Führer durch die Kasseler Galerie. Kassel 1938, Kat.Nr. 85, S. 12.
  • Vogel, Hans; Bode, Arnold; Schuh, Ernst: Gemälde der Kasseler Galerie kehren zurück. Ausstellung Kunsthistorisches Museum Wien 20.12.1955 - 5.2.1956, Hessisches Landesmuseum Kassel 18.3.1956 - 30.9.1956. Kassel 1955, Kat.Nr. 44, S. 20.
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 85, S. 131.
  • Lehmann, Jürgen M.; Verein der Freunde der Kasseler Kunstsammlungen, Kassel e. V. (Hrsg.): Gemäldegalerie Alte Meister. Schloß Wilhelmstal. Bildheft mit 100 Meisterwerken. Kassel 1975.
  • Schnackenburg, Bernhard: Flämische Meister in der Kasseler Gemäldegalerie. Kassel 1985, Kat.Nr. 15, S. 25, 39.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 259-260.
  • Justus Lange/Christine van Mulders/Bernhard Schnackenburg/Joost Vander Auwera: Pan & Syrinx. Eine erotische Jagd. Peter Paul Rubens, Jan Brueghel und ihre Zeitgenossen. Kassel 2004, S. 19, 74.
  • Joost Vander Auwera u.a.: Jordaens und die Antike. Brüssel/Kassel 2012, Kat.Nr. 2, S. 27.
  • Filatkina, Natalia: Formelhaftigkeit in Text und Bild. Wiesbaden 2012, S. 87-88.
  • McGrath, Elizabeth: Rubens. Mythological subjects. Achilles to the graces (Vol. two). London 2016, Kat.Nr. 8.
  • Painting Beauty. Caesar van Everdingen (1616/1617-1678). Zwolle 2016, S. 154.


Letzte Aktualisierung: 08.02.2017


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