Hirte und Hirtin, "Der verliebte Schäfer"



Hirte und Hirtin, "Der verliebte Schäfer"


Inventar Nr.: GK 314
Bezeichnung: Hirte und Hirtin, "Der verliebte Schäfer"
Künstler: Adriaen van der Werff (1669 - 1722)
Datierung: um 1696
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Leinwand
Maße: 294 x 155 cm oben abgerundet (Bildmaß)
Provenienz:

erworben um 1753 durch Wilhelm VIII. von Arnout Gevers in Rotterdam


Katalogtext:
Zusammen mit den folgenden Bildern Teil der Dekoration, die der Künstler um 1696 für das Gartenzimmer seines 1692 erworbenen Hauses in der Delftschevaert in Rotterdam schuf. Für den besonderen Stellenwert dieser Erwerbung Wilhelms VIII. spricht die überlieferte Legende, daß der Landgraf das Haus van der Werffs insgesamt erwerben mußte, um an die Bilder heranzukommen (und es nach ihrer Entnahme zum selben Preis weiterveräußerte). Von den zehn Gemälden sind nur sechs erhalten. Vier Stücke mit den Allegorien der Jahreszeiten ließ Kurfürst Wilhelm II. 1830 in den Speisesaal seines neu errichteten Stadtpalais (Rotes Palais) einbauen, wo sie 1941 bei einem Bombenangriff zugrunde gingen (Leinwand, ca. 240,5 x 151,5 cm, Inv. 1749 ff. Nr. 822-825; Gaethgens 1987, S. 122, 233 m. w. A.). Das Ensemble war in Kassel stets an verstreuten Stellen untergebracht; aufgrund der Beschreibung bei van Gool ist eine Rekonstruktion der ursprünglichen Anordnung möglich. Die Dekorationsbilder, Hauptwerke der holländischen Malerei am Ende des 17. Jhs., demonstrieren exemplarisch den französisch bestimmten Geschmack dieser Epoche. Vorbilder finden sich bei Gérard de Lairesse in Amsterdam. Das Figurenpaar der Hirtenidylle GK 314 ist von ähnlichen Darstellungen Caspar Netschers inspiriert ("Schäfer und Schäferin", 1683, Herzog Anton Ulrich-Museum Braunschweig, Nr. 318), die van der Werff in klassizistischem Sinn umbildete.


Literatur:
  • Causid, Simon: Verzeichnis der Hochfürstlich-Heßischen Gemälde-Sammlung in Cassel. Cassel 1783, Kat.Nr. 49, S. 15-16.
  • Aubel, L.; Eisenmann, Oscar: Verzeichniß der in dem Lokale der Neuen Gemälde-Galerie zu Cassel befindlichen Bilder. 2. Aufl. Cassel 1878, Kat.Nr. 692, S. 63.
  • Eisenmann, Oscar: Katalog der Königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. Nachtrag von C. A. von Drach. Kassel 1888, Kat.Nr. 287, S. XLIII, 189-190.
  • Voll, Karl: Die Meisterwerke der königlichen Gemälde-Galerie zu Cassel. München 1904.
  • Gronau, Georg: Katalog der Könglichen Gemäldegalerie zu Cassel. Berlin 1913, Kat.Nr. 314, S. 78.
  • Gronau, Georg; Luthmer, Kurt: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. 2. Aufl. Berlin 1929, Kat.Nr. 314, S. 91.
  • Luthmer, Kurt: Staatliche Gemäldegalerie zu Kassel. Kurzes Verzeichnis der Gemälde. 34. Aufl. Kassel 1934, Kat.Nr. 314, S. 28.
  • Vogel, Hans: Katalog der Staatlichen Gemäldegalerie zu Kassel. Kassel 1958, Kat.Nr. 314, S. 173.
  • Plietzsch, Eduard: Holländische und Flämische Maler des XVII. Jahrh. Leipzig 1960, S. 189-190.
  • Vogel, Hans: 45 Gemälde der Kasseler Galerie. Kassel 1961, S. 94.
  • Herzog, Erich: Die Gemäldegalerie der Staatlichen Kunstsammlungen Kassel. Geschichte der Galerie von Georg Gronau und Erich Herzog. Hanau 1969, S. 90.
  • Lehmann, Jürgen M.; Verein der Freunde der Kasseler Kunstsammlungen, Kassel e. V. (Hrsg.): Gemäldegalerie Alte Meister. Schloß Wilhelmstal. Bildheft mit 100 Meisterwerken. Kassel 1975.
  • Schnackenburg, Bernhard: Gemäldegalerie Alte Meister Gesamtkatalog. Staatliche Museen Kassel. 2 Bde. Mainz 1996, S. 322.
  • Ekkehard Mai u.a.: Vom Adel der Malerei. Holland um 1700. Köln 2007, Kat.Nr. 95, S. 308.
  • Zakula, Tijana: Reforming Dutch art: Gerard de Lairesse on beauty, morals and class (Simiolus Vol. 37). Amsterdam 2015, S. 59,83.


Letzte Aktualisierung: 11.11.2016


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