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Jupiter und Ganymed



Jupiter und Ganymed


Inventar Nr.: SM 1.1.987
Bezeichnung: Jupiter und Ganymed
Künstler: Wilhelm Böttner (1752 - 1805), Künstler
Datierung: 1803 - 1804
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Öl
Maße: 84 x 69 cm (Objektmaß)
Provenienz:

Landgräfliche Sammlung Kassel, Schloss Wilhelmshöhe


Katalogtext:
Ganymed, Sohn des trojanischen Königspaares, entfacht durch seine Schönheit die Liebe Jupiters. In Form eines Adlers entführt er den Jungen in den Olymp, wo er anstelle der Hebe Mundschenk der Götter wird. Als Belohnung seiner Dienste bleiben Ganymed Alter und Tod erspart und Jupiter verwandelt ihn in das Sternbild Wassermann. Seit der Renaissance wurde das Thema wieder vermehrt künstlerisch aufgegriffen und diente, wie auch schon in der Antike, als Sinnbild für Homoerotik, aber auch Pädophilie. Böttner orientierte sich bei seinem 1777/1779 in Rom entstandenen Gemälde an dem einige Jahre vorher von Anton Raphal Mengs als vermeintliches antikes Wandbild geschaffenen Werk (Rom, Galleria Nazionale d'Arte Antica). Dieses hatte Johann Joachim Winckelmann in seiner Geschichte der Kunst des Altertums 1764 in den höchsten Tönen als authentisches Kunstwerk der Antike gelobt. Erst später wurde die Fälschung Mengs' entlarvt. Böttner nutzte geschickt den Skandal und schuf in Anlehung daran seine eigene Version des Themas. 1804 verkaufte er das Gemälde an Graf Sternberg in Prag, wo sich die Spuren verlieren. Vorher schuf er die Replik für Kassel.
(J.Lange, 2022)


Literatur:
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Versuch eines Verzeichnisses der kurfürstlich hessischen Gemälde-Sammlung. Kassel 1819, S. 137, Kat.Nr. 880.
  • Robert, Ernst Friedrich Ferdinand: Verzeichniß der Kurfürstlichen Gemählde-Sammlung. Cassel 1830, S. 163, Kat.Nr. 1032.
  • Auszug aus dem Verzeichnisse der Kurfürstlichen Gemälde-Sammlung. Kassel 1845, S. 84, Kat.Nr. 1032.
  • Gruber, Hille: Wilhelm Böttner (1752 - 1805), ein hessischer Hofmaler. Studien zur Porträt- und Historienmalerei mit Katalog (Phil. Diss.). Heidelberg 2010, Kat.Nr. HG 4.


Letzte Aktualisierung: 17.05.2022


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