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Landgraf Friedrich I.


Inventar Nr.: 1749/ P 6 (Dep. 108)
Bezeichnung: Landgraf Friedrich I.
Künstler: Martin van d. J. Mytens (1695 - 1770), Maler/in
Dargestellt: Friedrich I. König von Schweden (1676 - 1751)
Datierung:
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Öl
Maße: 232 x 150 cm (Bildmaß)


Katalogtext:
Von zentraler Bedeutung für die dynastischen Beziehungen der Landgrafschaft Hessen-Kassel war eine wohlkalkulierte Heiratspolitik bei der Vermählung der Landgrafenkinder. Die erste Gattin von Friedrich I. (1676–1751) war seine Cousine, die kurbrandenburgische Prinzessin Luise Dorothea Sophie (1680–1705), Tochter des preußischen Königs Friedrich I. Sie verstarb leider kinderlos nach wenigen Ehejahren. Dieser Schicksalsschlag sollte jedoch den Weg für eine weitaus vielversprechendere Verbindung ebnen, die Heirat mit der schwedischen Prinzessin Ulrike Eleonore (1688–1741), einer Tochter von Karl XI. von Pfalz-Zweibrücken (1655–1697), König von Schweden, und Ulrica Eleonora (1656–1693), Prinzessin von Dänemark. Mit der Werbung verbunden war der Wunsch nach einer Festigung alter freundschaftlicher Beziehungen zwischen Hessen-Kassel und Schweden im Sinne einer diplomatischen Außenpolitik. Hinzu kommt die dynastische Erhöhung der Landgrafschaft durch eine derartige Verbindung. Die Hochzeit fand, nach langen vorausgegangenen Eheverhandlungen, am 24. März 1715 in Stockholm statt. Zu den zu überwindenden Problemen und Bedenken gehörten beispielsweise die Erbrechtsregelung sowie die Thronfolgefrage auf schwedischer Seite und die Glaubenszugehörigkeit des hessischen Prinzen, der später vom calvinistischen zum lutherischen Glauben übertrat, sowie weitere Zugeständnisse. Mit der Vermählung einher ging im Gegenzug Friedrichs Aufstieg zum ranghöchsten Offizier des Landes. Nachdem König Karl XII. (1682–1718) im Kampf gestorben war und Friedrichs Gattin bereits ein Jahr nach ihrer Krönung auf den Thron verzichtete, konnte Friedrich I. im Jahr 1720 schließlich den schwedischen Königsthron besteigen. Allerdings sollte er in dieser Rolle vor allem als Repräsentant des Landes fungieren, während seine Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit stark eingeschränkt war. Obwohl König Friedrich I. vergleichsweise als schwacher Herrscher galt, bescherte er Schweden eine recht friedliche und erholsame Zeit nach der folgenschweren Niederlage im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) um die Vorherrschaft im Ostseeraum.
Gemäß seiner Stellung ist König Friedrich I. von Schweden in diesem Gemälde im Typus des höfischen Repräsentationsportäts wiedergegeben (vgl. MHK, Übergabe-Nr. 538). Er blickt den Betrachter selbstbewusst an und ist mit einem Harnisch sowie dem kunstvoll darüber drapierten schwedischen Krönungsmantel bekleidet, der bis zum Boden herabfällt. Über einem weißen Hemd trägt er zudem ein goldgelbes Gewand. Sein Gesicht wird von einer schulterlangen Allonge-Perücke gerahmt. Seine linke Hand hat Friedrich I. in die Hüfte gestützt, während seine rechte Hand einen Kommandostab hält. Dieser auf einen Tisch gestützte Stab ist in Hinweis auf seine Funktion als oberster Kriegsherr des Landes. Unmittelbar daneben sind auf einem roten Kissen die königlichen Insignien Krone, Zepter und Reichsapfel arrangiert. Ergänzt werden diese von einem federgeschmückten Helm. Der Porträtierte wird zudem von einem roten Ehrenvorhang hinterfangen. Das großformatige Bildnis, das den schwedischen König in ganzer Figur darstellt, stammt von Martin van Mytens d. J. und zeigt ein typisches Herrscherbild in niederländischer Bildtradition.
(S. Rehm, 2018)



Letzte Aktualisierung: 31.10.2018


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