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Friedrich I. Landgraf von Hessen-Kassel, König von Schweden



Friedrich I. Landgraf von Hessen-Kassel, König von Schweden


Inventar Nr.: Übergabe-Nr. 538
Bezeichnung: Friedrich I. Landgraf von Hessen-Kassel, König von Schweden
Künstler: Martin van d. J. Mytens (1695 - 1770), Maler/in, Kopie nach
Dargestellt: Friedrich I. König von Schweden (1676 - 1751)
Datierung:
Geogr. Bezug:
Material / Technik: Öl
Maße: 141 x 111 cm (Bildmaß)
: incl. Aufhängung 6,5 cm 149 x 121 x 5 cm (Objektmaß)


Katalogtext:
König Friedrich I. von Schweden ist hier im Typus des höfischen Repräsentationsporträts wiedergegeben. Es handelt sich um eine Kopie nach einem unbekannten Werk von Martin van Mytens d. J., einem in Stockholm geborenen Maler mit niederländischen Wurzeln, der später als Hofmaler in Wien tätig war. Ein weiteres Porträt von Friedrich I. mit identischen Attributen befindet sich im Besitz der Museumslandschaft Hessen Kassel und zeigt den schwedischen König im repräsentativen Porträt in ganzer Figur (MHK, Inv. 1749/P 6). Darüber hinaus befindet sich im Nationalmuseum in Stockholm ein weiteres Gemälde, welches Martin van Mytens d. J. zugeschrieben wird, ein weitaus intimeres Porträt des schwedischen Königs im kleineren Format. Die übereinstimmende Wiedergabe der Gesichtszüge lässt darauf schließen, dass den Gemälden dieselbe Vorlage diente. Ein durchaus übliches Prozedere, um längere Porträtsitzungen des Monarchen zu vermeiden.

Erbprinz Friedrich (I.) (1676–1751) schlug bereits in jungen Jahren den vorgezeichneten Weg einer militärischen Karriere ein. Er stand verschiedenen Regimentern vor und war an zahlreichen Kriegsschauplätzen im Einsatz, auch im Spanischen Erbfolgekrieg, wo er als Generalleutnant Truppen anführte. So erwarb er sich einen Ruf als erfolgreicher Militär. Von entscheidender Bedeutung für den weiteren Lebensweg des Erbprinzen war die Heirat mit der schwedischen Prinzessin Ulrike Eleonore (1688–1741) im Jahr 1715. Bereits fünf Jahre später konnte Friedrich (I.) den schwedischen Königsthron besteigen und dies noch zu Lebzeiten seines Vaters, jedoch nicht ohne erhebliche Zugeständnisse zu machen. In seiner Rolle als König von Schweden war er ein wichtiger Gesprächspartner für Landgraf Carl in militärischen und strategischen Angelegenheiten. Aber auch Friedrichs Geschwister nutzten wiederholt seine Position und versuchten derart ihren Anliegen Gewicht zu verleihen oder Unterstützung zu erwirken. Als Landgraf Carl im Jahr 1730 starb, konnte Friedrich I. als nachfolgender Landgraf von Hessen-Kassel die Regierung der Landgrafschaft nicht übernehmen, da er in Stockholm residierte und sich als König von Schweden verpflichten musste, stets die schwedischen Interessen zu vertreten. Stattdessen übernahm Friedrichs jüngerer Bruder Wilhelm (VIII.) (1682–1760) als Statthalter die Regierungsgeschäfte in Kassel. Zugleich wurde in Stockholm eine hessische Kanzlei als zentrale Schaltstelle eingerichtet. Dementsprechend bestimmte eine Doppelherrschaft der Brüder lange Zeit die Geschicke des Landes, bevor Wilhelm VIII. nach dem Tod Friedrichs im Jahr 1751 regierender Landgraf von Hessen-Kassel werden sollte. Letztendlich brachte die Verbindung mit Schweden mehr Nachteile als dynastische Vorteile für die Landgrafschaft, da die Ehe Friedrichs mit Ulrike Eleonore kinderlos blieb und er große Summen aus Kassel bezog, wobei Interessenskonflikte nicht ausblieben.
(S. Rehm, 2018)



Letzte Aktualisierung: 21.08.2019


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